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Seefrosch hat das Rheintal erobert (5.7.2010)
Der Seefrosch gelangte in den 1970er Jahren mit Importen von Froschschenkeln aus Osteuropa in die Ostschweiz. Natürlicherweise leben bei uns die beiden nahen Verwandten Teichfrosch und kleiner Wasserfrosch. Kleinstvorkommen mit einzelnen Tieren überlebten auch im Rheintal 20 Jahre lang unverändert in der Nähe von Sargans, Buchs, Sennwald und St.Margrethen. Im Jahre 2002 wurden überraschend neu besiedelte Stellen festgestellt. Im Hitzejahr 2003 hat sich der Seefrosch stark vermehrt und ausgebreitet. In diesem Jahr wurde er erstmals in einem grossen Gewässer in Oberriet festgestellt. Das St.Galler Rheintal ist damit fast durchgehend besiedelt. In Vorarlberg und dem Fürstentum Liechtenstein ist die Entwicklung ähnlich. Gegenwärtig breitet sich der Seefrosch im gesamten Schweizer Mittelland aus. In der Westschweiz, wo ebenfalls osteuropäische Seefrösche freigesetzt wurden, hat die Invasion bereits früher eingesetzt. Dort ist der Seefrosch eine weit verbreitete Art geworden. In Deutschland sind Seefrösche vielerorts heimisch, wobei die verwandtschaftlichen Verhältnisse sehr komplex und noch nicht geklärt sind. Invasionen wie hierzulande sind dort nicht beobachtet worden.
Der Seefrosch ist grösser als alle heimischen Amphibien, hält sich das ganze Jahr über weitgehend am Wasser auf. Als wärmebedürftige Art kommt er bisher nur unterhalb von 500 müM vor. Der Seefrosch ist oft kaum von den heimischen Verwandten, dem Teichfrosch und dem kleinen Wasserfrosch zu unterscheiden. Er ernährt sich von lebenden Tieren aller Art. Er frisst auch gerne andere Amphibien und sogar Jungtiere der eigenen Art. Aus Gewässern mit Seefröschen verschwinden seltene Amphibienarten wie Laubfrosch oder Gelbbauchunke, aber auch Wasserfrösche werden seltener. Die Ausbreitung des Seefrosches torpediert somit die jahrelangen Bemühungen zur Erhaltung seltener Amphibien und artenreicher Gewässer. Gefressen werden Seefrösche von Raubfischen, Iltissen, Ringelnattern und Störchen.
Eine Bekämpfung de Seefrosches ist nicht möglich, zumal er kaum vom Wasserfrosch zu unterscheiden ist. Im Gegensatz zu anderen Amphibienarten überwintert der Seefrosch am Grund von Gewässern. Er meidet seichte und kleine Gewässer mit geringer nicht durchwachsener Wasserfläche. Ideal sind dagegen ganzjährig wasserführende Teiche und Kanäle.
Wenn es um die Erhaltung artenreicher Gewässer und Feuchtgebiete geht, muss sich der Naturschutz neu ausrichten: Anstatt Teiche mit ganzjährig gleichem Wasserstand anzulegen, sind periodisch wasserführende, seichte Flächen zu fördern. Die lokale Aufhebung von Entwässerungen und die Gestaltung von reich strukturierten, naturnahen Bächen oder Überflutungsflächen stellen eine grosse Chance dar zur Förderung von Artenvielfalt, ohne den Seefrosch zu fördern. Gleichzeitig lässt sich damit der Wasserhaushalt in der Landschaft verbessern. Viele stehende Gewässer können im Winter trocken gelegt werden. Periodisch aufstaubare Nasswiesen können als landwirtschaftliche Nutzfläche gepflegt werden und dienen gleichzeitig als Lebensraum für viele seltene Arten.
Weitere Informationen beim Artportrait des Seefrosches.
 
Ringelnattern gesucht (25.5.2010)
Ringelnattern sind in Lagen unterhalb von 600 müM in Feuchtgebieten und Rebbergen nicht selten anzutreffen. Gelegentlich findet man sie weitab von ihren typischen Lebensräumen am Wasser.
Ringelnatter ist aber nicht gleich Ringelnatter! Es werden 2 Unterarten unterschieden: die Nördliche Ringelnatter und die Barrenringelnatter. Die Nördliche Ringelnatter kommt in mehr östlichen Gebieten Europas vor und wurde in der Schweiz bisher nur im Raum zwischen Thur und Bodensee gefunden. Die Barrenringelnatter besiedelt die übrige Schweiz. Aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes in der Schweiz wurde die Nördliche Ringelnatter als stark gefährdet eingestuft, die Barrenringelnatter dagegen bloss als gefährdet.
Es ist jetzt sehr wichtig, die Verbreitung der Nördlichen Ringelnatter sowie allfällige Vermischungen möglichst genau festzustellen. Wir gehen davon aus, dass die Unterart im Einzugsgebiet der Thur sowie am Bodensee vorkommt. Völlig offen ist die Frage, wie weit sie auch im Rheintal anzutreffen ist. Weil es in der Vergangenheit häufig zu Freisetzungen von Schlangen gekommen ist, könnte es eine breite Durchmischung der beiden Unterarten geben.
Bitte jede Beobachtung melden! Zur Klärung sind wir angewiesen auf aktuelle Bilder oder sichere Beschreibungen von Ringelnattern. Das einzig sichere Merkmal zur Unterscheidung der Unterarten sind regelmässige schwarze Streifen auf den Körperseiten (vgl. Artbeschreibung). Wenn Sie also eine Ringelnatter mit Barrenzeichnung sehen, melden Sie diese bitte unbedingt. Auch alle anderen Ringelnattermeldungen sind willkommen am liebsten mit Foto.
 
Amphibienwanderung beginnt (18.3.2010)
Nach dem langen Winter hat Tauwetter eingesetzt. In tiefen Lagen eilt es den Amphibien, in ihr Laichgewässer zu gelangen. Auch in höheren Lagen sind die Tiere bereit und warten auf eine warme Regennacht.
Am Sonntag 21.3. ist erheblicher warmer Regen angesagt. Es ist somit davon auszugehen, dass am Sonntag Abend vielerorts Amphibien in grosser Zahl unterwegs sein werden. Die weiteren Prognosen sind unsicher, deuten aber darauf hin, dass auch in den folgenden Nächten geeignete Bedingungen für Amphibienwanderungen herrschen, zumindest bis in Höhen unterhalb von 800 müM.
All jenen, die bei Amphibienrettungen engagiert sind, wünsche ich erfolgreiche und unfallfreie Einsätze. Bitte melden Sie umgehend alle Beobachtungen und Zählergebnisse. Falls Sie Amphibien mit Geschwüren oder auffallenden Hautverfärbungen entdecken, behalten Sie diese bitte zurück und kontaktieren Sie mich. Kontaktnummer: 079 477 1995.
 
Neue Amphibienleitwerke (24.2.2010)
In Bronschhofen und Gaiserwald werden in diesem Winter neue Amphibienleitwerke erstellt. Weitere Leitwerke sind geplant in St.Gallen, Schänis, Sargans, Sennwald und Balgach. Diese Projekte laufen unter der Federführung des Tiefbauamtes und werden auch überwiegend mit Mitteln des Strassenbaus finanziert. Das ist sehr erfreulich und verdient Anerkennung.
Die Erfolgskontrolle erstellter Amphibienleitwerke ist immer noch ungenügend. Leider konnte dieses Jahr ein schweizweit koordiniertes Projekt noch nicht in Angriff genommen werden. Umso wichtiger sind Hinweise auf Mängel bei bestehenden Leitwerken. Jegliche Hinweise nehmen wir gerne entgegen!
 
Vielfältige Aufwertungsprojekte im Gang (24.2.2010)
Gleich an mehreren Orten sind zur Zeit Gestaltungsprojekte für die Aufwertung von Amphibien- und Reptilienlebensräume im Gang. Dank dem Bundesprogramm zur Konjunkturförderung können an Orten mehreren Aufwertungsprojekte realisiert werden, die sonst nicht finanzierbar gewesen wären. Sie laufen schwerpunktmässig im Rheintal (Gemeinden Thal, St.Margrethen, Oberriet, Sennwald, Buchs, Wartau, Sargans, Flawil, St.Gallen, Heiden). Sicher ist die Liste nicht vollständig. Sie zeigt aber zweifellos, dass im westlichen und südlichen Kanton St.Gallen ein grosser Bedarf für Aufwertungsarbeiten besteht.
 
Artenförderung in Rebbergen (14.10.2009)
BirdLife St.Gallen hat zusammen in den vergangenen Jahren Vogelvorkommen in St.Galler Rebbergen erfasst. Das Ergebnis ist ernüchternd: Obwohl viele Rebberge einen strukturell guten Eindruck machen, sind prioritär zu fördernde Vogelarten nur sehr selten darin zu finden. Besser sieht es für Reptilien aus: Die meisten Rebbaugebiete sind auch Lebensräume von Zauneidechse, Schlingnatter und Ringelnatter. Für Schlingnattern sind Rebberge in der Region sogar die wichtigste Lebensgrundlage. Es soll nun geprüft werden, wie das ökologische Potenzial von Rebbergen besser ausgeschöpft werden kann. Dabei sind vor allem Aufwertungsmassnahmen in deren Umgebung anzustreben. Der Projektbericht ist auf www.birdlife-sg.ch zu finden.
 
Revision der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (14.10.2009)
Die Liste der Amphibienlaichgebiet e von nationaler Bedeutung basiert auf Daten von 1990. Inzwischen hat sich vieles geändert. Deshalb soll die Liste in den Kantonen St.Gallen und Appenzell überarbeitet werden. Dabei erfüllen mehrere Gebiete die Kriterien für nationale Bedeutung. Bei anderen ist die Ausscheidung von Ersatzgebieten vorgesehen. In Einzelfällen sind auch Anpassungen am Schutzperimeter möglich. Die wichtige Grundlage für diese Arbeit sind die Monitoringdaten der vergangenen Jahren, die zu einem wichtigen Teil durch Freiwillige gesammelt wurden.
 
Ringelnattern gesucht! (13.5.2009)
Bei uns kommen 2 Formen von Ringelnattern vor: Die Barren-Ringelnatter (Bild) ist beidseits der Alpen weit verbreitet. Die Nördliche Ringelnatter dagegen kommt vermutlich nur im Thurtal, am Bodensee und im nördlichen Rheintal (sowie angrenzend in Deutschland und Österreich) vor. Es gibt ausserdem Hinweise darauf, dass die Vorkommen durch eingeschleppte Formen genetisch gestört sind. Die Nördliche Ringelnatter wurde in der Schweiz als stark gefährdet eingestuft.
Eine genetische Untersuchung will nun Klarheit schaffen. Dazu werden möglichst viele Proben von Ringelnattern aus unserer Region gesucht. Es genügen kleine Hautreste oder Schuppenspitzen. Wer immer Hautreste oder tote Ringelnattern findet, ist dringend aufgerufen, diese (mit Angabe von Fundort und Datum) sofort dem Naturmuseum St.Gallen zuzustellen. Auch ältere Belege sind gefragt. Besten Dank!
 
Medienmitteilung Amphibienwanderung (6.3.2009)
Amphibien und Amphibienretter unterwegs!
In den tiefen Lagen hat der Regen der vergangenen Tage die Amphibien aufgeweckt. Vielerorts sind nun bei nassem und nicht zu kaltem Wetter Frösche, Kröten und Molche unterwegs zu ihrem Laichgewässer. Oberhalb von 600 müM liegt noch Schnee. Dort verzögert sich die Wanderung. Aber nicht nur Amphibien sind nachts unterwegs. An zahlreichen Orten sind zur Zeit freiwillige Helfer im Einsatz, um Tiere über die Strassen zu tragen. Daher sind alle Automobilisten zu erhöhter Vorsicht aufgerufen.
Ziel der alljährlichen Amphibienwanderung ist die Vermehrung. Die meisten Kröten und Frösche kehren als erwachsene Tiere zur Vermehrung an den Ort zurück, wo sie selbst aus dem Ei geschlüpft sind. Dazu unternehmen sie Wanderungen von gelegentlich mehreren Kilometern. Den Weg zu Gewässer finden sie dank ihrem guten Gedächtnis sowie anhand des Magnetfeldes und von Gerüchen. Auslöser sind milde Temperaturen und Nässe.
Unterwegs müssen die Amphibien häufig Strassen überqueren. Auf dem warmen Asphalt bleiben sie gerne sitzen, um sich aufzuwärmen. Männchen nutzen dort auch den guten Rundblick, um vorbeiziehende Weibchen abzupassen und sich mit ihnen zu verpaaren. Kein Wunder, dass der zunehmende Autoverkehr in den Nachtstunden zahllose Opfer unter den Amphibien fordert. Die Wanderungen dauern je nach Höhenlage und Witterung bis Mitte März oder bis Mitte April. Von Jahr zu Jahr schwankt die Zahl der aktiven Tiere enorm.
Bei grösseren Wanderungen bemühen sich freiwillige Helfer, das grausame Gemetzel auf der Strasse zu mildern. Zehntausende von Amphibien werden so jedes Jahr gerettet. Wer im Bereich von Amphibienwanderungen langsam fährt, schont das Leben von Amphibien und gefährdet die Rettungsaktionen nicht. Autofahrer sind dringend aufgerufen, Warnsignale zu beachten und vorsichtig zu fahren!
Für Fragen zum Amphibienschutz besteht am Naturmuseum St.Gallen eine regionale Kontaktstelle. Dort werden Amphibienbeobachtungen entgegen genommen sowie Auskünfte über Amphibien erteilt.
 
Amphibienmonitoring 2009 (29.1.2009)
Amphibienmonitoring 2009 Für das Monitoring bedeutender Amphibienlaichgebiete suche ich auch dieses Jahr wieder freiwillige Personen, die bereit sind, ein Gebiet mehrmals zu kontrollieren. Dabei sind Angaben zu Amphibienvorkommen sowie zum Gebietszustand zu erfassen. Der Schwerpunkt liegt bei Gebieten mit Vorkommen von Kammmolch, Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte. Ausserdem bemühen wir uns um Erfolgskontrollen in Gebieten, wo Aufwertungsmassnahmen durchgeführt wurden.
 
Seefrosch im Vormarsch (29.1.2009)
Seefrosch im Vormarsch Im Rheintal ist der Seefrosch weiter im Vormarsch. Über den Umgang mit der für andere Amphibien bedrohlichen Art sind Fachleute ratlos. Als nicht heimische Art ist der Seefrosch nicht geschützt. So können zwar einzelne ausgewachsene Seefrösche in Kleingewässern weg gefangen werden. Die Unterscheidung vom Wasserfrosch ist aber oft schwierig. Gegenwärtig gi lt es, Vorkommen und Ausbreitung des Seefrosches möglichst genau zu erfassen. Alle Hinweise auf Seefrösche sind daher wichtig!
 
Wiederansiedlung Sumpfschildkröte (29.1.2009)
Wiederansiedlung Sumpfschildkröte Die Sumpfschildkröte gilt als ausgestorbene Art, die in historischer Zeit im ganzen Schweizer Mittelland vorgekommen ist. Auch am Bodensee dürfte es früher Sumpfschildkröten gegeben haben. Bei einer Evaluation möglicher Gebiete für eine Wiedereinbürgerung mitteleuropäischer Sumpfschildkröten wurde auch das Potenzial im Kanton St.Gallen bewertet. In Vorarlberg ist die Sumpfschildkröte historisch nicht nachgewiesen. Eine Ansiedlung wird deshalb dort abgelehnt. Weil eine Wiederansiedlung am Bodenseeufer und im Rheintal nur gemeinsam mit Vorarlberg denkbar ist, wird die Idee nicht weiter verfolgt.
 
Medieninformation naturinfo - neue Dienstleistung für Artenschutz (13.1.2009)
Mit naturinfo hat das Naturmuseum St.Gallen ein Kompetenzzentrum für Fauna und Artenschutz aufgebaut. Im Auftrag der Fachstellen für Naturschutz der Kantone St.Gallen und beider Appenzell bietet das Naturmuseum eine Beratungs- und Dokumentationsstelle für die regionale Fauna an. Schwerpunkte sind vorderhand Amphibien, Reptilien und Fledermäuse. Geleitet wird die Dienstleistung von Jonas Barandun.
Das Angebot richtet sich an alle Personen, die Fragen und Anliegen zum Artenschutz haben. Besonders angesprochen sind lokal engagierte Personen sowie Gemeinden, Verwaltungsstellen und Planungsbüros, die nun eine zentrale, fachkundige Anlaufstelle finden. Die Stelle dient auch der Koordination von lokalen Aktivitäten. Denn in den Gemeinden übernehmen zahlreiche Laien wichtige Aufgaben der Beratung sowie der Betreuung von Schutzgebieten.
Neben der Beratungstätigkeit steht die Überwachung der mittlerweile rund 3000 bekannten Amphibien- und Reptilienlebensräume sowie von 900 Fledermausquartieren im Zentrum. Der Schwerpunkt liegt bei Vorkommen von nationaler und regionaler Bedeutung. Neu ist ein Weiterbildungsangebot mit Einsteigerkursen für interessierte Laien. Dieses Jahr werden drei Kurse zu Amphibien, Reptilien und Fledermäusen angeboten, in denen Grundlagen zu Lebensweise, Vorkommen und Schutz der heimischen Arten vermittelt werden.
Ausserdem kann ein mobiler Amphibienleitzaun für Rettungseinsätze ausgeliehen werden. Gegenwärtig stehen noch mehrere Hundert Meter zur Verfügung. Auf der zugehörigen Website www.naturinfo.ch finden sich Hintergrundinformationen, Meldeformulare und praktische Tipps. Dort kann auch ein Newsletter abonniert werden, der mehrmals jährlich regionale Neuigkeiten und Angebote zum Artenschutz verbreitet. Telefonkontakt: 079 245 52 26; www.naturinfo.ch
 
Amphibienzaun zum Ausleihen (22.10.2008)
Das Zaunmaterial für Rettungsaktionen für Amphibien an Strassen steht weiterhin für Ausleihen zur Verfügung. Um genügend Ersatzmaterial bereitstellen zu können, müssen wir neu eine Gebühr von 1 Fr. pro Laufmeter erheben. Reservieren Sie bitte frühzeitig (Kontaktformular oder Telefon 071 246 32 42).
 
Neophytenmanagement (22.10.2008)
Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen ruft die Gemeinden auf, Neophyten zu erfassen und deren Ausbreitung gezielt einzudämmen. Für die Erfassung von Vorkommen steht ein Online-Dienst zur Verfügung. Bis auf weiteres können Gemeinden ausserdem bei ihrer Arbeit durch die Amtsstelle unterstützt werden. Mehr dazu auf der Wesite der Amsstelle unter www.sg.ch.
 
Chytridiomykose (14.10.2008)
Die Untersuchungen von Ursina Tobler zur Ausbreitung und Toxikologie der Pilzerkrankung Chytridiomykose bei heimsichen Amphibien haben ergeben, dass die meisten unserer Amphibienarten vom Pilz befallen werden können und mehrere Arten Krankheitssymptome zeigen. Ausserdem müssen wird davon ausgehen, dass der Pilz in unserer Landschaft sehr weit verbreitet ist. Die Untersuchung konzentriert sich auf Geburtshelferkröten. Hier wurde festgestellt, dass die Sterblichkeit befallener Kaulquappen bei der Metamorphose deutlich erhöht ist. Es besteht aber die Möglichkeit, die Tiere im Labor zu desinfizieren und so deren Überlebenschancen zu erhöhen.
 
Sensationeller Amphibiennachweis in Jonschwil (30.9.2008)
Im vergangenen Juni ist Rolf Bösch, lokaler Amphibienschützer in der Kiesgrube Hori bei Jonschwil auf ein bisher unbekanntes Vorkommen der Kreuzkröte gestossen. Vermutlich existiert das Vorkommen schon seit längerer Zeit. Bisher war die Kreuzkröte nur aus der Kiesgrube Wisgraben bei Kirchberg bekannt. Daneben kommen in der Kiesgrube auch Gelbbauchunken und Geburtshelferkröten vor. Es gilt jetzt, im Rahmen der laufenden Rekultivierungsplanung diese besonders bedeutenden Amphibienvorkommen zu erhalten.
 
Rettungsaktion für Eidechsen in Unterterzen (30.9.2008)
Bei einer Grossüberbauung auf einer Industriebrache in Unterterzen hat der Reptilienspezialist Marcel Tschofen, seit 2007 über 400 Zauneidechsen eingefangen und umgesiedelt. Abgesehen vom enormen Zeitaufwand, den er dafür geleistet hat, ist die Zahl wohl einmalig. Mit der Fangaktion hat er zeigen können, wie gross die Tierdichte in einem günstigen Lebensraum sein kann, aber auch wie gering der Anteil momentan sichtbarer Tiere ist. Dank seinem Einsatz konnten im Gelände auch gestalterische Verbesserungen zugunsten der Eidechsen realisiert werden.
 
Amphibien-Umsiedlung Sargans (30.9.2008)
In Sargans wurde im vergangenen Winter ein Ersatzgebiet für Amphibien und Reptilien erstellt, damit das bestehende bedeutende Amphibienlaichgebiet beim Bahnhof überbaut werden kann. In einem mehrjährigen Programm werden zwischen Frühling 2008 und 2011 Kammmolche, Teichmolche und Bergmolche umgesiedelt. Die bisherige Bilanz ist sehr erfreulich: Die frisch angelegten Laichgewässer wurden gleich von 6 Amphibienarten als Laichgewässer genutzt. Erstaunlicherweise hat sich sogar der Kammmolch in den noch strukturarmen Gewässern erfolgreich fortgepflanzt. Zudem sind einige Gelbbauchunken zugewandert und haben sich erfolgreich vermehrt, obwohl nur ein Vorkommen von Einzeltieren in einer Entfernung von über 600 Metern bekannt war. Weiter konnten Ringelnatter, Zauneidechse und Blindschleiche nachgewiesen werden. Die Umsiedlung steht unter der Leitung von Andreas Rotach, Firma OePlan.
 
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